Finanzfunktionen sind bei den Excel-Usern nicht sonderlich beliebt, glaube ich.
Dennoch können sie durchaus hilfreich sein, wenn es darum geht, Termine für Kuponzinszahlungen zu kennen.
ZINSTERMNZ (englisch: COUPNCD) ist eine solche Funktion.
Dieser Beitrag erklärt diese Funktion und zeigt die Arbeitsweise an ein paar Beispielen.
Table of Contents
1. Funktion und Bedeutung von Zinsterminen
Mit Zinsterminen wird festgelegt, wann ein Schuldner Zinsen an den Gläubiger zahlen muss. Bei Anleihen bestimmen sie, wann ein Zinskupon ausgeschüttet wird.
Bei Krediten oder Darlehen können sie monatlich, vierteljährlich, halbjährlich oder jährlich erfolgen.
Die genaue Festlegung der Zinstermine ist entscheidend für die Liquiditätsplanung der beteiligten Parteien und für die Berechnung der Rendite von Finanzprodukten. Zinstermine dienen als Grundlage für die Preisgestaltung und Bewertung von Finanzinstrumenten.
Für Anleger ist der Zinstermin von großer Bedeutung, da durch ihn der Zeitpunkt der Einnahmen aus Investitionen bestimmt wird. Investoren planen dadurch ihre Liquidität.
2. Beschreibung
Die Excel-Funktion ZINTERMNZ ermittelt das Datum der ersten Kuponzinszahlung, nachdem ein festverzinsliches Wertpapier mit regelmäßigen Zinsterminen den Besitzer gewechselt hat.
Was ist ein Kupon?
„Ein Kupon, auch als Coupon bezeichnet, ist ein Begriff aus dem Finanzwesen und bezieht sich auf den festgelegten Zinssatz, den ein Anleger für eine Anleihe erhält. Der Kupon ist der Nominalzins, der auf den Nennwert einer Anleihe berechnet wird und in der Regel jährlich oder halbjährlich an den Anleger ausgezahlt wird. Der Begriff stammt aus der Zeit, als Anleihen noch in physischer Form existierten und Anleger tatsächlich einen Coupon von der Anleihe abtrennen und einlösen mussten, um ihre Zinszahlungen zu erhalten.“ [1]
Wie wird der Kupon festgelegt?
„Der Kuponwert wird bei der Emission der Anleihe festgelegt und bleibt während der gesamten Laufzeit der Anleihe unverändert. Der Kupon gibt den jährlichen Zinsertrag in Prozent des Nennwerts der Anleihe an. Wenn beispielsweise eine Anleihe mit einem Nennwert von 1.000 Euro einen Kupon von 5% hat, erhält der Anleger jährlich 50 Euro an Zinsen.
Die Höhe des Kupons kann einen erheblichen Einfluss auf den Preis einer Anleihe haben. Wenn der Kupon höher ist als der aktuelle Marktzins, wird die Anleihe in der Regel über dem Nennwert gehandelt, da Anleger bereit sind, eine Prämie für einen höheren Zinsertrag zu zahlen. Ist der Kupon hingegen niedriger als der aktuelle Marktzins, wird die Anleihe in der Regel unter dem Nennwert gehandelt.“ [1]
3. Die Syntax und die Argumente
Die Syntax lautet:
=ZINSTERMNZ(Abrechnungsdatum; Endfälligkeit; Zinshäufigkeit[; Basis])
Als Argumente gelten:
Das Argument Abrechnungsdatum ist erforderlich.
Es ist ein Datum (in Anführungszeichen) oder ein Zeitstempel oder eine Referenz auf eine Zelle mit einer dieser Typen. Dieses Datum sagt, wann der Kauf „abgerechnet“ wird. An diesem Datum überträgt der Verkäufer das Wertpapier an den Käufer und der Käufer zahlt den vereinbarten Preis an den Verkäufer.
Das Argument Endfälligkeit ist erforderlich.
Es zeigt ein Datum (in Anführungszeichen) oder ein Zeitstempel oder eine Referenz auf eine Zelle mit einer dieser Typen. Dieses Datum sagt, wann das Wertpapier fällig ist. Bei Endfälligkeit zahlt der Emittent des Wertpapiers dem Inhaber des Wertpapiers den vollen Wert des Papiers. Es zeigt, wann die Rückzahlung des durch das Wertpapier verbrieften Darlehens erfolgt.
Das Argument Zinshäufigkeit ist erforderlich.
Es ist eine positive Ganzzahl oder eine Referenz auf eine Zelle mit dieser Ganzzahl. Diese Zahl ist die Anzahl der Zinszahlungen pro Jahr. Gültige Werte sind 1 (jährlich), 2 (halbjährlich) oder 4 (vierteljährlich).
Das Argument Basis ist optional.
Es ist eine Ganzzahl im Bereich 0 bis 4, welche anzeigt, wie das Jahr berechnet wird. Oder eine Referenz auf eine Zelle, die diese Ganzzahl enthält, wird verwendet.
Zur Auswahl stehen:

Die Excel-Hilfe gibt zu den Datumsangaben noch folgenden Hinweis:
Datumsangaben sollten mit Hilfe der DATUM-Funktion oder als Ergebnis anderer Funktionen eingegeben werden. Zu Problemen kann es kommen, wenn Datumseingaben als Text erfolgen.
4.Beispiele
Lade dir die Beispieldatei herunter:
4.1 Beispiel 1
Das Beispiel ist im Arbeitsblatt „Tabelle1“ der Beispieldatei zu finden.
Ein Investor erwarb eine Anleihe am 25.01.2019.
Die Fälligkeit der Rückzahlung wurde für den 15.11.2019 vereinbart.
Zinsen sollen zweimal innerhalb der Laufzeit gezahlt werden.
Als Basis werden die exakte Anzahl der Tage im Monat bzw. die exakte Anzahl der Tage im Jahr vereinbart.

Zur Berechnung trage in Zelle B7 diese Formel ein:
=ZINSTERMNZ(D2;D4;D6;D8)
Anders, mit der DATUM-Funktion, geschrieben, trage die Formel in B8 ein.
=ZINSTERMNZ(DATUM(2019;1;25);DATUM(2019;11;15);B6;B7)
Als Ergebnis wird jeweils die Zahl 43600 ausgegeben. Im Datumsformat entspricht das dem 15.05.2019.

4.2 Beispiel 2
Das Beispiel ist im Arbeitsblatt „Tabelle2“ der Beispieldatei zu finden.
Ein Investor erwarb eine Anleihe am 01.09.2015.
Die Fälligkeit der Rückzahlung wurde für den 15.11.2022 vereinbart.
Zinsen sollen zweimal jährlich gezahlt werden.
Als Basis wurde nichts vereinbart.
Die Funktion wählt deshalb automatisch die Basis 0 (12 Monate je 30 Tage).

Zur Berechnung trage in Zelle B7 diese Formel ein:
=ZINSTERMNZ(D2;D4;D6;D8)
Anders, mit der DATUM-Funktion, geschrieben, trage die Formel in B8 ein.
=ZINSTERMNZ(DATUM(2019;1;25);DATUM(2019;11;15);B6;B7)
Als Ergebnis wird jeweils die Zahl 42323 ausgegeben. Im Datumsformat entspricht das dem 15.11.2015.

Quellen:
[1] https://boersenlexikon.net/kupon/
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